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Wöchentliches Investment Update – Neuer Präsident und Hoffnung auf einen Impfstoff

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Nathalie Benatia
 

Zwischen dem Börsenschluss am 2. November, dem Tag vor der US-Präsidentenwahl, und dem Börsenschluss am 9. November sind die internationalen Aktien um 7,6 % gestiegen (MSCI AC World Index in US-Dollar) und erreichten ebenso wie der Dow Jones Index (+8,3 %) ein Allzeithoch. Diese außerordentliche Rally setzte ein, als sich Joe Biden kontinuierlich der US-Präsidentschaft näherte und der amtierende Präsident rechtliche Schritte einleitete. Die Gewinne stiegen noch weiter, als positive Nachrichten zu Impfstoff-Tests den Anlegern Hoffnung auf ein Ende der Pandemie machten.

Eine lange Wahlnacht mit mehrtägigem Nachspiel

In den USA lief an der politischen Front nicht alles genau wie erwartet. Joe Biden konnte sich erst am 7. November über seinen Wahlsieg freuen, und die „blaue Welle“, d. h. eine überlegene Mehrheit für Biden und die Demokraten allgemein, blieb aus.

Die Anleger mussten daher ihr zentrales Szenario – Hoffnung auf umfassende fiskalische Stimulusmaßnahmen, unterstützt durch die demokratische Mehrheit im Kongress – korrigieren. Die demokratische Partei erhielt zwar eine (kleinere) Mehrheit im Repräsentantenhaus, sah aber ihre Chancen, die Kontrolle über den Senat zu erlangen, deutlich beeinträchtigt. Stichwahlen in Georgia, in denen es um zwei Sitze im Senat geht, werden am 5. Januar entscheiden, welche Partei das Sagen haben wird.

Die Anleger sind daher mit der Perspektive niedrigerer Haushaltsausgaben als erwartet konfrontiert, dafür aber ohne die Steuererhöhungen, die mit einem großzügigeren Maßnahmenpaket einhergegangen wären. Des Weiteren bestehen jetzt geringere Aussichten auf eine Regulierung der Technologie-Giganten. Aktienanleger, besonders Large Cap-Anleger, betrachteten das Ergebnis als positiv und trieben die Kurse in die Höhe. Der Rückgang der langfristigen Renditen zeigt, dass kein Inflationsimpuls mehr vorhanden ist.

Die endgültige Beglaubigung der Wahlergebnisse durch das Wahlmännerkollegium erfolgt erst am 8. Dezember.

Überraschende Ankündigung eines wirksamen Impfstoffs

Zur Erleichterung angesichts der Wahl kamen Nachrichten über einen Impfstoff hinzu, der sich in der dritten Phase der klinischen Tests als zu 90% wirksam erwiesen hat. Entsprechend schnellten die Aktienkurse in die Höhe und die langfristigen Renditen stiegen. Die Rendite für zehnjährige Treasuries, die sich bereits am Freitag auf über 0,80 % verbesserte, weil die Beschäftigungsdaten in den USA positiver ausgefallen waren als erwartet, erreichte zum Handelsschluss am Montag mit über 0,90 % ihren höchsten Stand seit Mitte März. Die deutsche Zehnjahresrendite stieg um 11 Bp und näherte sich wieder dem Einlagenzins der EZB (-0,50 %).

Es bleiben viele Fragen zur Wirksamkeit der Impfung bei größeren Testgruppen, ihrer Sicherheit, dem Zeitplan für eine Zulassung durch die FDA, ihrer Herstellung im großen Umfang und Logistikproblemen sowie dazu, in welchem Maße sie von Privatpersonen akzeptiert wird. Die kommenden Wochen und Monate werden wahrscheinlich von Enttäuschungen und neuen Hoffnungen geprägt sein, die von den Fortschritten dieses Labors und anderer Wettbewerber abhängen.

Zur Erinnerung: Von den Zentralbanken ist mehr zu erwarten

Obwohl in der jüngsten Zeit teilweise optimistische Daten veröffentlicht wurden, machen sich in Europa langsam die Auswirkungen der neuen Lockdowns bemerkbar. Besonders betroffen sind die Arbeitsmärkte. Selbst wenn es sich weiterhin nur um teilweise Lockdowns handeln sollte, rechnen wir in Q4 mit einem rückläufigen BIP. Darüber hinaus beeinträchtigen die Einschränkungen auch das Vertrauen, wie der Rückgang des deutschen ZEW-Optimismusindex zeigt (siehe Diagramm 1). Die italienische Industrieproduktion brach im September wesentlich stärker ein als erwartet.

Die jüngste EZB-Umfrage zum Kreditgeschäft kam zu dem Schluss, dass sich die Kreditvergabestandards für Unternehmen und Haushalte in Q3 gestrafft haben. Aufgrund dieser allgemeinen Verlangsamung steigt die Hoffnung auf weitere Stützmaßnahmen der EZB im Dezember. Die EZB-Vertreter bekräftigten die kürzlich von der Präsidentin der Zentralbank, Christine Lagarde, gemachte Aussage, dass „alle Instrumente“ im Dezember im Hinblick auf noch größeres Entgegenkommen überprüft würden. In den Diskussionen innerhalb der EZB geht es offensichtlich nicht mehr darum, ob der Wert der Anleihekäufe erhöht werden soll, sondern um welchen Betrag.

Die Bank of England hat den Umfang ihres Anleihekaufprogramms bereits erweitert, und sie könnte ihren Leitzins auf unter 0 % senken.

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Die Konjunkturanalyse der Federal Reserve bleibt vorsichtig. Die US-Zentralbank änderte ihre Geldpolitik letzte Woche nicht, aber der Offenmarktausschuss (FOMC) diskutierte über mögliche Korrekturen an den Anleihekaufprogrammen der Fed. Manche Beobachter rechnen im Dezember mit einer Anpassung des Umfangs oder der Zusammensetzung der Anleihekäufe der US-Zentralbank. Darüber hinaus könnten verschiedene, im März und April eingeführte Kreditfazilitäten über das Jahresende hinaus verlängert werden.

Das Wiederaufflackern der COVID-19-Pandemie bedeutet zwar auf kurze Sicht ein Risiko für die Konjunkturaktivität, aber offensichtlich haben sich die Aussichten auf einen Impfstoff verbessert. Wir haben unser mittelfristiges Szenario nicht geändert und sind davon überzeugt, dass die Konjunkturpolitik und die Maßnahmen der Zentralbanken die Aktien weiterhin stützen werden.

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