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Wöchentliches Investment Update – Eine Pause können wir alle gut gebrauchen

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BNP Paribas Asset Management
 

Die Märkte sind zwischen kurzfristigen Problemen und mittelfristiger Hoffnung hin- und hergerissen und schwanken innerhalb enger Spannen.

Die Aktien entwickeln sich zum Jahresende – eine Zeit, in der sich der Handel traditionell verlangsamt – innerhalb einer engen Handelsspanne. Dem MSCI AC World Index ist es gelungen, am 15. Dezember erneut seinen Rekord vom 8. Dezember zu erreichen. Der US S&P 500 Index musste im Laufe der Woche seit dem 8. Dezember eine leichte Einbuße von 0,2% hinnehmen. Die europäischen Aktien gaben während des Betrachtungszeitraums leicht nach, erholten sich am 16. Dezember aber stark.

Bei den Staatsanleihen war der Rückgang der Renditen der europäischen „Peripheriestaaten“ nach den Ankündigungen der EZB am 10. Dezember die bemerkenswerteste Entwicklung. Die Erhöhung und Ausweitung des Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) und das Ziel der EZB, „günstige Finanzierungsbedingungen“ aufrecht zu erhalten, sind in der Tat mit einer informellen Renditekurvenkontrolle gleichzusetzen.

Die portugiesischen Zehnjahresrenditen scheinen sich jetzt dauerhaft unter 0% etabliert zu haben, und auch in Spanien sind die Renditen seit dieser Woche niedriger als 0%. Der Renditeabstand der zehnjährigen italienischen Anleihen gegenüber Bundesanleihen ist auf 110 Bp gefallen, was nicht weit vom tiefsten Wert seit Anfang 2016 entfernt ist.

Die Pandemie lässt nicht nach …

Die Infektionszahlen erreichen erneut beunruhigende Werte, während eigentlich zum Jahresende alle lieber an die Feiertage denken würden. Die Reproduktionszahl ist in Deutschland und mehr als der Hälfte der US-Bundesstaaten deutlich auf über 1 gestiegen bzw. nähert sich in Spanien und Frankreich diesem kritischen Wert. Infolgedessen wurden neue Beschränkungen eingeführt. In mehreren Ländern sind die am 14. Dezember für fünf Wochen verhängten Maßnahmen beispielsweise wesentlich strenger als während der ersten Welle. In Großbritannien und den USA haben unterdessen Impfkampagnen begonnen.

Durchbrüche an der politischen Front

Im Zusammenhang mit den konjunkturellen Stützmaßnahmen gab es Neuigkeiten, die zuversichtlich stimmen. Die europäischen Staatschefs konnten sich beim EU-Haushalt 2021-27 auf einen Kompromiss einigen, der dem Stimulusplan mit Namen „Next Generation EU“ den Weg ebnet. Polen und Ungarn, die Bedenken hatten, weil der Anspruch auf den Mechanismus an die Einhaltung der Rechtsstaatlichkeitsklausel gekoppelt ist, einigten sich darauf, ihr Veto zurückzunehmen.

Das ist zu einer Zeit, zu der das Wiederaufflackern des Coronavirus und die Notwendigkeit, die meisten Stützpakete der öffentlichen Hand bis 2021 zu verlängern oder sogar zu verstärken, die Solidarität im Zusammenhang mit dem EU-Haushalt dringender machen, ein wichtiger Schritt.

Nach den relativ geringen Schwankungen der Gilt-Renditen und des Pfund Sterling zu urteilen, scheinen der Brexit und der Schaden, den die Eurozone durch einen EU-Austritt Großbritanniens ohne Abkommen erleiden könnte, für die Anleger zweitrangig zu sein. Offensichtlich antizipieren sie immer noch eine Vereinbarung im letzten Moment.

In den USA hat der Wahlausschuss den Sieg Joe Bidens bestätigt. Im Kongress gehen die Verhandlungen über weitere Stimulusmaßnahmen für die Volkswirtschaft neben denjenigen über die Aufstockung des aktuellen Haushalts zur Vermeidung eines Regierungsstillstands weiter. Das Ultimatum wurde auf den 18. Dezember festgesetzt. Die Gesundheitskrise und der „Lame Duck“-Status des Kongresses erleichtern eine Einigung zur Finanzierung der Regierung.

Warten auf die US Federal Reserve

Die Anleger werden sich vorübergehend wohl weniger für die fiskalischen Maßnahmen interessieren und ihre Aufmerksamkeit auf die jüngsten Entscheidungen der Fed konzentrieren. Bei der heutigen Zinssitzung werden nur wenige geldpolitische Veränderungen erwartet. Die Wachstums- und Inflationsprognosen für 2020 und 2021 könnten nach unten korrigiert werden, aber Impfungen auf breiter Ebene dürften das Risiko eines neuen, starken Rückgangs verringern.

Für viele Beobachter wird es vermutlich die wichtigste Frage sein, wie viele geldpolitische Entscheidungsträger davon überzeugt sind, dass eine Zinserhöhung 2023 angemessen wäre. Der Overnight Indexed Swap, einer der Marktindikatoren, lässt nicht vor Mitte 2024 mit einer Zinserhöhung rechnen. Die diesbezügliche Kommunikation wird für den Fed-Vorsitzenden Jerome Powell keine leichte Aufgabe sein. Angesichts des neuen geldpolitischen Rahmens wird von ihm ein umfassenderer qualitativer Ausblick im Zusammenhang mit dem Abbau der Anleihekäufe der Fed erwartet – er soll bekanntgeben, wann die Fed den Fuß von der Bremse nehmen wird, die die Zinsen niedrig hält.

Konjunkturindikatoren entziffern

Die Daten aus China blieben im November optimistisch: Industrieproduktion und Einzelhandelsumsatz entsprachen den Erwartungen und nahmen weiter zu. Der Einzelhandelsumsatz stieg im Vorjahresvergleich um 5%, was auf ein nachhaltiges Konjunkturwachstum hinweist und zeigt, dass die Pandemie unter Kontrolle ist.

In den Industrieländern wurden die Einkaufsmanagerindizes früher als üblich veröffentlicht. Den Flash-Schätzungen zufolge überstiegen die Einkaufsmanagerindizes in der Eurozone die Erwartungen, auch im Dienstleistungssektor, wo der Index sich von 41,7 auf 47,3 verbesserte.

Die Aktivität im verarbeitenden Sektor beschleunigte sich: Der Index für Deutschland erreichte mit 58,6 seinen höchsten Wert seit fast drei Jahren. In Frankreich stieg er erneut auf über 50 (51,1), so dass der umfassende Index mit 49,6 seinen höchsten Wert seit vier Monaten verzeichnete. Allerdings wurden nur Daten bis zum 15. Dezember berücksichtigt, so dass die Indizes nicht die Lockerung der neuen Einschränkungen berücksichtigen, die die Regierungen vor den Weihnachtsfeiertagen auferlegen mussten.

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Die Prognostiker sind davon überzeugt, dass die jüngsten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie weniger schwerwiegende Folgen haben werden als die Maßnahmen im Frühjahr. Die Unternehmen haben gelernt, ihre Produktions- und Vertriebsprozesse anzupassen, aber das Verbrauchervertrauen könnte trotzdem leiden.

Unser Basisszenario für 2021 geht davon aus, dass die Anleger über einen vorübergehenden Rückgang des BIP-Wachstums hinwegsehen, die Finanzmärkte aber auf kurze Sicht voraussichtlich unruhig bleiben werden. Es wird wirklich Zeit, dass 2020 zu Ende geht.

Dieses wöchentliche Investment Update ist die letzte Ausgabe des Jahres 2020. Die nächste Ausgabe erscheint am 6. Januar 2021.

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