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Wöchentliches Investment-Update – 5. August 2020

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Marina CHERNYAK
 

Die Bedenken im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie nahmen wieder zu, weil weltweit immer neue Infektionen gemeldet wurden, die Diskussionen um den Ausbruch einer zweiten Welle in bestimmten Ländern entfachten. Von offizieller Seite warnte man, dass die Einschränkungen mit dem Ziel, die Ausbreitung unter Kontrolle zu halten, inzwischen so weit wie vernünftig möglich gelockert wurden und dass die Menschen wohl noch lange mit diesem Virus leben werden müssen.

Die Zahl der COVID-19-Fälle ist weltweit auf über 18 Millionen gestiegen, und die Zahl der Todesopfer liegt nun bei mehr als 700.000. Die Infektionszahlen entwickeln sich in einzelnen Regionen unterschiedlich und nehmen besonders in großen, dichtbevölkerten Ländern wie den USA, Brasilien und Indien stark zu. Länder in Westeuropa und Nord- und Pazifikasien, die das Virus im Frühjahr erfolgreich eindämmen konnten, erleben ein Wiederaufleben.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte, dass es voraussichtlich nie eine „Wunderwaffe“ in Form eines perfekten Impfstoffs gegen COVID-19 geben werde. Die Organisation fügte hinzu, dass der Weg zurück zu einer normalen Situation lang sein werde. In manchen Ländern müsse die Strategie neu überdacht werden, und allgemein müsse man in allen Ländern die Schutz- und Überwachungsmaßnahmen beibehalten.

USA: Annäherung der Ausbreitungsraten in städtischen und ländlichen Gebieten

In den USA kam es im Juli zu einer Umkehrung der in der Frühphase der Pandemie erzielten Gewinne, wobei die Zahl der Neuerkrankungen auf den höchsten Stand seit Beginn des Ausbruchs stieg. In mehr als 30 Bundesstaaten nahmen die positiven Testergebnisse zu, und mehrere große Bundesstaaten meldeten Krankenhauseinweisungen in Rekordhöhe. Durch diesen Anstieg erreichte die landesweite tägliche Zahl der Todesopfer in den letzten acht Tagen mehr als 1.000. Es warf Fragen darüber auf, ob sich die Wirtschaft erholen oder ins Stottern geraten würde, was einige Anleger verunsicherte.

Dr. Deborah Birx, Koordinatorin des Coronavirus-Krisenstabs des Weißen Hauses zufolge, hat „eine neue Phase der Pandemie begonnen. Ausbrüche und Hotspots beschränken sich nicht länger auf dichtbevölkerte Metropolen wie New York City; stattdessen verzeichnen städtische und ländliche Gebiete ähnliche Verbreitungsraten.“

Einzeln betrachtet sieht es aus, als ob sich die Situation in den ehemaligen Krisenherden Texas, Florida, Kalifornien und Arizona verbessert, obwohl die Zahl der Todesopfer in diesen Staaten noch nicht umgekehrt ist. Gleichzeitig entstehen neue Krisenherde, wobei die Zahl der Fälle und Krankenhausaufenthalte in Indiana, Nevada, Ohio, Virginia und Wisconsin zunimmt.

Neue Lockdowns wegen zunehmender Fallzahlen in anderen Ländern?

Außerhalb der USA nahmen die Fallzahlen in Teilen Westeuropas, in Nordasien und im Asiatisch-Pazifischen Raum weiter zu. In Spanien ist die Zahl der Fälle in den letzten sieben Tagen auf über 2.700 gestiegen. Deutschland und Frankreich meldeten einen stetigen Anstieg, ebenso wie Belgien und die Niederlande, allerdings ausgehend von niedrigeren Werten. Der Wiederaufschwung scheint zum Teil dadurch angeheizt zu werden, dass junge Menschen die Regeln zur räumlichen Distanzierung ignorieren und in Scharen an Strände und Bars strömen.

Belgien hat letzte Woche die Maßnahmen bereits entsprechend verschärft. Der Rest Europas könnte ebenfalls von einer zweiten Lockdown-Runde bedroht sein, da die Menschen aus dem Urlaub heimkehren, die Schulen bald wieder öffnen und sich das Wetter ändert.

In Japan lässt die zweite Welle mit 1.400 neuen Fällen täglich landesweit den im April erreichten Höchstwert jetzt gering erscheinen. In Australien haben die Fallzahlen ebenfalls den Höchstwert von März überstiegen, so dass der Bundesstaat Victoria den Notzustand ausrief, eine nächtliche Ausgangssperre verhängte und das Verlassen der Wohnungen stark einschränkte.

Vietnam, In Bezug auf die Corona-Bekämpfung das Aushängeschild Nordasiens, meldete die ersten drei Todesopfer, während die Zahl der neuen Fälle auf über 30 stieg.

Fazit: Die aktuellen weltweiten Entwicklungen zeigen offensichtlich, was geschieht, wenn Einschränkungen gelockert werden – besonders in Ländern, in denen das Virus bereits unter Kontrolle war. Sie erinnern uns daran, dass das Virus nur mit rechtzeitigen proaktiven und reaktiven Maßnahmen wie umfassenden Tests und Überwachung kontrolliert werden kann, während gleichzeitig Selbstquarantäne und räumliche Distanzierung praktiziert sowie Orte geschlossen werden, die zur massenhaften Ausbreitung beitragen. Der englische Chief Medical Officer sagte in der Tat, dass die Einschränkungen „vermutlich nicht weiter als bisher gelockert werden könnten” wenn das Virus unter Kontrolle bleiben soll.

Konjunkturdaten – Verbesserungen und Angst

In den USA konzentrieren sich die Märkte in dieser Woche auf die Arbeitsmarktdaten für Juli. Sie dürften Aufschluss darüber geben, wie stark die Erholung ist und in welchem Umfang das zunehmende Risiko im Zusammenhang mit COVID-19 die Arbeitgeber beeinträchtigt. Tatsächlich haben Indikatoren mit höherer Frequenz, wie z.B. Restaurantbuchungen, Benzinnachfrage und Bevölkerungsmobilität, bereits darauf hingewiesen, dass die Aktivitäten in bestimmten Dienstleistungssektoren stagnieren oder sogar rückläufig sind.

Die Daten könnten die Einstellungsstrategien von Unternehmen, das Verbrauchervertrauen, die Wählerstimmung und die von den Politikern getroffenen Maßnahmen beeinflussen. Was letztere betrifft, so hat der Gesetzgeber mit der Ausarbeitung eines neuen Konjunkturprogramms gekämpft, wobei zusätzliche Leistungen für Arbeitslose und Hilfen für Städte und Staaten als umstrittene Bereiche angesehen werden. Man hat Bedenken, die Volkswirtschaft könnte in Gefahr sein, da die zusätzliche Arbeitslosenunterstützung jetzt ausläuft.

Die Anträge auf Arbeitslosenunterstützung sind in der jüngsten Zeit gestiegen, was zeigt, dass die Arbeitnehmer länger arbeitslos bleiben und weniger Neueinstellungen erfolgen. Der Vorsitzende der Federal Reserve (Fed) Powell sagte, dass der Arbeitsmarkt „noch lange brauchen wird, um sich zu erholen“. Die Fed warnte, ein Wiederaufleben des Virus würde die Konjunkturerholung bedrohen, während sie ihre Zinsen nahe Null beließ und die Maßnahmen gegen das Risiko einer US-Dollar-Knappheit auf internationaler Ebene ausweitete.

Die Einkaufsmanagerdaten (PMI) verbesserten sich weltweit weiter, wofür vor allem die starke Erholung der Produktion in den Industrieländern verantwortlich war, während sich die Schwellenländer wesentlich langsamer erholen. Aufgrund des jüngsten Wiederaufflackerns der COVID-19 Fälle weltweit bleibt es äußerst unsicher, ob die Erholung der Stimmungsumfragen tatsächlich zu höherer Nachfrage und Investitionen führen wird.

Märkte – Gold glänzt weiter

Bei den US-Aktien war im Technologiesektor eine Erholung zu verzeichnen, die allerdings aufgrund von Bedenken endete, der Anstieg könnte zu stark gewesen sein. Unterdessen stützten die Maßnahmen der Fed zugunsten der Liquidität des US-Dollars und neue Fusions- und Übernahmetransaktionen den Markt allgemein. Es entstand Abwärtsdruck, als US-Präsident Trump mit der Idee kam, die für 2020 geplanten Wahlen zu verschieben, und sich ein ernsthafter Rückgang des US-BIP im zweiten Quartal abzeichnete. Die internationalen Aktien profitierten von optimistischen Gewinnmeldungen und positiven Konjunkturdaten, aber die Erholung stagnierte schnell.

Die Renditen fielen, da Anleiheanleger Bedenken für die USA und andere wichtige Volkswirtschaften zum Ausdruck brachten, obwohl sich die Aktienanleger weniger besorgt zeigten. Nachlassende Stimulierungsgespräche in den USA trübten den Markt des US-Finanzministeriums ebenso wie die Kommentare der Fed (siehe oben), die darauf hinzudeuten schienen, dass mehr Unterstützung durch die Zentralbank erforderlich war.

Sorgen um eine Inflation im Zusammenhang mit den Stimulus-Maßnahmen, rückläufige Treasury-Renditen und die durch COVID-19 ausgelösten Bedenken im Hinblick auf den weltweiten Konjunkturausblick trugen dazu bei, dass der Goldpreis einen Rekordwert von über 2.000 USD erreichte. Das Edelmetall profitierte von seinem Status als sicherer Hafen und von der Suche nach einem alternativen Wertaufbewahrungsmittel zum US-Dollar und zu Staatsanleihen.

Hohe Ausgaben im Zusammenhang mit dem Virus, politische Unsicherheit in den USA, zunehmende Belastungen der Beziehungen zwischen China und den USA und ein möglicherweise trüberer Konjunkturausblick für die USA und damit die ganze Welt bewirkten, dass der US-Dollar seinen tiefsten Stand seit Jahren erreichte (siehe Diagramm 1).


 

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