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Wöchentliches Investment-Update – 16. September 2020

Blog

Marina CHERNYAK
 

Die Märkte interessieren sich erneut für das Wiederaufflackern des COVID-19-Virus, weil die weltweite Fallzahl inzwischen fast 30 Millionen erreicht und mehr als 930.000 Todesopfer sind bekannt. Im Fokus steht derzeit Westeuropa, wo die Zahl der neuen Fälle in mehreren Ländern weiter steigt, obwohl bisher noch relativ wenige Krankenhauseinweisungen und Todesfälle verzeichnet werden.

Die europäischen Regierungen verhängen zwar keine strengen Einschränkungen, aber es wird davon ausgegangen, dass die freiwillige räumliche Distanzierung und die abnehmende fiskalische Unterstützung die Stimmung im Zusammenhang mit Verbraucher- und Investitionsausgaben beeinträchtigen werden. Optimistische Meldungen seitens einiger potenzieller Hersteller eines Impfstoffs geben den Märkten Anlass zur Hoffnung, auch wenn die Ergebnisse erst in mehreren Monaten erwartet werden.

Die Infektionszahlen steigen in Europa weiter – nicht nur in großen europäischen Volkswirtschaften wie Spanien und Frankreich, sondern in allen 19 Staaten. Derzeit werden überwiegend in den jüngeren Bevölkerungsgruppen steigende Fallzahlen verzeichnet, aber auch unter den älteren Bürgern nehmen die neuen Fälle zu.

Sollten sich diese Trends nicht bald umkehren, können wir die Möglichkeit von Lockdowns in einer oder mehreren der wichtigen Volkswirtschaften nicht ausschließen, was sich natürlich negativ auf die Konjunkturerholung auswirken würde.

Märkte und Konjunkturdaten

Die weitere Unterstützung der Zentralbanken durch die sog. Liquiditätsmauer bleibt für die Märkte allgemein der wichtigste Stabilitätsfaktor und verschafft angesichts der angespannten Liquiditätssituation nach wie vor Erleichterung. Die finanziellen Bedingungen bleiben daher entgegenkommend.

Allerdings können die Zentralbanken zwar Liquidität zur Verfügung stellen, aber um Konkurse und den Verlust weiterer Arbeitsplätze zu vermeiden, wird letztendlich die Erneuerung der Fiskalpolitik ausschlaggebend sein. Ohne weitere fiskalische Unterstützung muss in den nächsten Monaten mit einer Zunahme der Konkursfälle gerechnet werden.

FOMC-Sitzung: US-Konjunkturprognosen, Erwartungen hinsichtlich der Leitzinsen …

Am Dienstag begann die erste Sitzung des Offenmarktausschusses (Federal Open Market Committee, FOMC) der US Federal Reserve seit der jüngsten strategischen Überprüfung der Geldpolitik. Hierbei handelt es sich um die letzte Sitzung vor den US-Präsidentschaftswahlen am 3. November.

Der Fed-Vorsitzende Powell und seine Kollegen werden ihre Konjunkturprognosen und „Dot Plots“ zu den Erwartungen der geldpolitischen Entscheidungsträger im Zusammenhang mit der Zinsentwicklung aktualisieren und entscheiden, wie diese aussehen sollen. Allerdings nur, wenn Änderungen an der Forward Guidance zu Zinsen und quantitativer Lockerung (Quantitative Easing, QE) geplant werden.

Wir erwarten, dass die FOMC-Prognosen von einem stärkeren Konjunkturwachstum und geringerer Arbeitslosigkeit, aber nur unwesentlichen Änderungen des Kerninflations-Profils ausgehen werden. Die „Dot Plots“ dürften wahrscheinlich in den Prognosen bis Ende 2023 keine Zinserhöhungen zeigen.

… und Forward Guidance

Die Chancen, dass der FOMC seine Forward Guidance zu Zinssätzen und QE ändert, stehen unserer Meinung nach gut. Der Ausschuss könnte ausdrücklich Kriterien zugrunde legen, die bestimmte Inflationsbedingungen (z. B. eine Kerninflation von mehr als 2 %) und die Arbeitslosenrate (möglicherweise unter 4,5 %) zur Voraussetzung für die frühestmögliche Zinserhöhung machen.

Wir gehen auch davon aus, dass der FOMC klarstellen wird, dass die QE noch über etliche Jahre mehr oder weniger unverändert fortgesetzt werden wird.

Sollten diese Änderungen nicht in diesem Monat bekannt gegeben werden, wird dies voraussichtlich im Rahmen der Sitzungen im November und/oder Dezember geschehen. Eine solche Ankündigung käme einer deutlichen, proaktiven Schwerpunktverlagerung seitens der Fed bei ihrem Übergang von geldpolitischer Stabilisierung zu einer entgegenkommenden Geldpolitik gleich.

Aktienmärkte erneut auf dem richtigen Weg

Nach dem Ausverkauf Anfang des Monats setzt am NASDAQ-Markt für Technologiewerte jetzt eine Erholung ein (siehe folgende Grafik). Die Marktvolatilität hat sich allgemein beruhigt und die S&P 500 VIX Futures Terminstruktur hat sich normalisiert.

Nachdem der VIX-Futures-Index für Oktober (der das Risiko im Zusammenhang mit den US-Präsidentschaftswahlen einpreist) 40 erreicht hatte, liegt er jetzt bei 30,6. Der Markt preist weiterhin Unsicherheit im Hinblick auf den Ausgang der Wahl ein, und die Oktober VIX-Futures werden immer noch mit einem Aufschlag gehandelt.

Sollte einer der Kandidaten die Wahl mit knappem Vorsprung gewinnen, besteht das Risiko, dass der Wahlausgang umstritten sein wird, was das endgültige Ergebnis, das gleichzeitig das Ende der Unsicherheit für die Märkte bedeutet, verzögern würde. Das könnte nicht nur für einen erneuten Anstieg der Oktober VIX-Futures, sondern auch der Werte für November sorgen, woraus sich das Risiko einer anschließenden Korrektur des S&P 500-Index ergibt.

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Riskante Anlagen im Aufwind

Trotz der jüngsten Korrektur der Aktienbewertungen profitieren riskante Anlagen weiterhin davon, dass die zehnjährigen Realzinsen in den USA nahe an ihrem absoluten Tiefstand liegen und die finanziellen Bedingungen zuträglich bleiben.

In einem derartigen, von einer entgegenkommenden Politik der Zentralbank gekennzeichneten Umfeld scheint ein wesentlicher Ausverkauf an den Aktienmärkten unwahrscheinlich.

Vielmehr lässt in einer von niedrigen Zinsen geprägten Welt die Aktienrisikoprämie (ERP) Aktien trotz der V-förmigen Erholung der internationalen Aktienindizes in den letzten Wochen weiterhin interessant wirken. Europa hinkt weiterhin hinterher, aber wir rechnen damit, dass die europäischen Aktien bis zum Jahresende aufholen werden.

An den Rentenmärkten emittieren Unternehmensanleihe-Emittenten (besonders diejenigen mit besseren Ratings) weiterhin kräftig neue Anleihen. Bei nachlassender fiskalischer Unterstützung sind zwar auch in Zukunft Konkurse möglich, aber der Höhepunkt des Konkurs-Zyklus könnte bald erreicht sein. Die Streuung könnte im vorherrschenden Umfeld hoch bleiben, denn einige der schwächeren Emittenten müssen um ihr Überleben kämpfen.

Die immer schnellere Zunahme der Geldmenge M2 und die nach wie vor entgegenkommende Geldpolitik der Zentralbanken macht eine anhaltende Schwäche in den USA wahrscheinlich. Dieser Hintergrund dürfte Rohstoffen weiterhin zuträglich sein. Langfristig wird der Trend zur Monetisierung von Schulden weiterhin dem Goldkurs zugutekommen.

Alle hier geäußerten Ansichten sind die des Autors zum Zeitpunkt der Veröffentlichung, basieren auf den verfügbaren Informationen und können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die einzelnen Portfoliomanagementteams können unterschiedliche Ansichten vertreten und für verschiedene Kunden unterschiedliche Anlageentscheidungen treffen. Die in diesem Podcast zum Ausdruck gebrachten Ansichten dürfen keinesfalls als Anlageberatung betrachtet werden.

Der Wert von Anlagen und ihrer Erträge können sowohl steigen als auch fallen und Anleger erhalten ihr Kapital möglicherweise nicht vollständig zurück. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.

Investitionen in Schwellenländern oder spezialisierten oder beschränkten Sektoren können aufgrund eines hohen Konzentrationsgrads, einer größeren Unsicherheit, weil weniger Informationen verfügbar sind, einer geringeren Liquidität oder einer größeren Empfindlichkeit gegenüber Änderungen der Marktbedingungen (soziale, politische und wirtschaftliche Bedingungen) wahrscheinlich einer überdurchschnittlichen Volatilität unterliegen.

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