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Nachhaltige Aktienindizes kommen besser durch turbulente Marktphasen

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Claus Hecher
 

Nachhaltige Exchange Traded Funds (ETFs) haben sich längst etabliert und haben bei allen europäischen Anbietern trotz der jüngsten Krise an den Kapitalmärkten per 30. April 2020 einen Anstieg der verwalteten Vermögen auf 36 Mrd. US Dollar verbucht (Quelle: ETFGI). Börsennotierte Indexfonds können allerdings nicht zaubern, und daher ist es nur logisch, dass auch ETFs im Wert fallen, wenn die abgebildeten Märkte korrigieren. Interessant ist allerdings die Feststellung, wie unterschiedlich das Ergebnis für Standardindizes und nachhaltige Indizes an den weltweiten Aktienmärkten ausfallen kann. Die von BNP Paribas Easy ETF abgebildeten MSCI-SRI-S-Series-5 %-CappedIndizes konnten per 29. Mai 2020 für die entwickelten Märkte geringere Wertverluste im Vergleich zum jeweiligen Standardindex aufweisen. So verlor der globale nachhaltige Index in dieser Marktphase 3,89 Prozentpunkte weniger als der klassische MSCI World Index.

China macht sich bemerkbar

In Europa betrug die Überrendite der nachhaltigen Indizes gegenüber dem entsprechenden Mutterindex 6,05, in den Vereinigten Staaten 3,82 und in Japan 1,15 Prozentpunkte. Bei Schwellenländer-Aktien ergibt sich ein umgekehrtes Bild: 4,41 Prozentpunkte weniger Rendite für die SRI-Variante, da diese mangels Transparenz für ein ESGRating kaum chinesische Aktien enthält und diese relative Stärke im Betrachtungszeitraum entwickelt haben. In der Standardvariante des MSCI Emerging Markets Index haben chinesische Aktien per 29. Mai 2020 ein Gewicht von circa 40 %. Das wirkt sich aus.

Die Auswahl erfolgt nach der Methodik von MSCI. Das SRI-Indexkonzept schließt im ersten Schritt grundsätzlich Unternehmen aus dem Investmentuniversum aus, die in den umstrittenen Geschäftsfeldern Alkohol, Glücksspiel, Tabak, Rüstung, Feuerwaffen, Pornografie, gentechnisch veränderte Organismen und Kernenergie aktiv sind. Im zweiten Schritt werden nach einem Best-in-Class-Ansatz alle Gesellschaften ergänzt, die hinsichtlich ihres ESGRatings (mindestens “BB” auf einer siebenstufigen Skala zwischen “AAA” und “CCC”), ihrer Sektorzugehörigkeit und ihrer Unternehmensgröße geeignet sind. Somit sollen materielle ESG-Risiken reduziert und Chancen identifiziert werden.

Das ESG-Rating fokussiert sich auf die Identifikation und Bewertung der Chancen und Risiken eines Unternehmens, die für den Geschäftserfolg von wesentlicher, also materieller Relevanz sind. Daher hat MSCI für jede der 171 beobachteten Industrien eigene Themenkataloge entwickelt. Erfahrungsgemäß sind lediglich drei bis sieben Themen in einer Branche tatsächlich von materieller Bedeutung.

Diese werden tiefgehend analysiert, um im Anschluss zu bestimmen, mit welchem Gewicht sie in das ESG-Rating einfließen. Hierzu werden die potenziellen Auswirkungen des Themas auf Umwelt und Gesellschaft sowie die zeitliche Relevanz des Themas analysiert. Wichtig ist: Nachhaltigkeitsthemen und Trends ändern sich. Daher werden die Themenkataloge mindestens einmal pro Jahr auf ihre Gültigkeit überprüft.

Schließlich gelten Mindeststandards hinsichtlich der vom KontroversenResearch vergebenen Punktzahlen bei der Analyse und Überwachung von Kontroversen. Zu Letzteren zählen Verstöße gegen internationale Normen der Vereinten Nationen und relevanter Nichtregierungsorganisationen. Ziel ist die Minimierung von Reputationsrisiken. Themen sind Umwelt, Menschenrechte, Arbeitnehmerrechte, Lieferketten sowie die Unternehmensführung.

Strenge Kernenergie-Regeln

BNP Paribas Asset Management bildet bei den SRI-Aktien-ETFs eine Indexvariante mit einer Gewichtungsobergrenze in Höhe von 5 % pro Titel ab, um eine Konzentration des Indexportfolios zugunsten von Aktien mit der höchsten Marktkapitalisierung zu vermeiden. Der Zusatz “S-Series” steht für strengere Umsatzgrenzen bei Ausschlüssen von Unternehmen, deren Tätigkeit unmittelbar mit fossilen Brennstoffen in Zusammenhang steht. Dies betrifft sowohl die Suche nach fossilen Energieträgern, deren Gewinnung, Verarbeitung, Transport und Lagerung als auch die Erzeugung von Strom aus solchen Rohstoffen. Für den Sektor Kernenergie gelten strengere Umsatzhöchstgrenzen.

Durch die beschriebenen strengen Regeln erfüllen ETFs, welche die MSCI-SRI-S-Series-Indizes abbilden, den Qualitätsstandard für das Nachhaltigkeitssiegel “Towards Sustainability” des belgischen Branchenverbandes für den Finanzsektor Febelfin. In Belgien dürfen nachhaltige Publikumsdachfonds nur Zielfonds auswählen, die das Siegel tragen. Einige der ETFs auf diese Indizes tragen auch das französische “Label ISR” für nachhaltige Finanzprodukte, das auf einer Initiative des Finanzministeriums basiert. Das Ziel ist unter anderem die Erhöhung der Visibilität von SRI-konformen Fonds und ETFs für Sparer in Frankreich und Europa.

Artikelquelle : Börsen-Zeitung vom 14.05.2020
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