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Blue Economy: Wie Meeresräume eine Quelle verantwortungsvoller wirtschaftlicher Entwicklung sein kön

Aktuelle Nachrichten

Claus Hecher
 

Die blaue Wirtschaft (oder Blue Economy) ist eine aufkommende Vorgehensweise der wirtschaftlichen Entwicklung, sie basiert auf einer verantwortungsvolleren Nutzung der ozeanischen und maritimen Ressourcen und einer stärkeren Berücksichtigung von Umweltfragen. Sie erobert sich immer mehr einen Platz in den nachhaltigen Entwicklungsstrategien der Staaten, Unternehmen und Investoren.

Das Meer und die Ozeane stehen im Mittelpunkt der ökologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Wie die UNO in einem Bericht feststellt, in dem ein verantwortungsvoller Umgang mit den Ozeanen gefordert wird, „tragen die Ozeane zur Beseitigung der Armut bei, indem sie nachhaltige Lebensgrundlagen und menschenwürdige Arbeit schaffen, Nahrung und strategische Mineralien liefern, Sauerstoff erzeugen, Treibhausgase absorbieren und die Auswirkungen des Klimawandels mildern, die Witterungsverhältnisse und die globale Temperatur beeinflussen und als Autobahnen für den internationalen Seehandel dienen“.

 

Wirtschaftliches und ökologisches Vorgehen

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts haben die Meeresaktivitäten – Tourismus, Energieerzeugung, Aquakultur, Seeverkehr – rapide zugenommen. Der Schiffsverkehr hat sich seit Anfang der 2000er Jahre vervierfacht, während sich die tiefe Offshore-Öl- und Gasförderung fast verdoppelt hat[1]. Laut den Prognosen der FAO2 wird die Fischproduktion zwischen 2018 und 2030 voraussichtlich von 179 Millionen auf 204 Millionen Tonnen steigen[2].

Nach Angaben der OECD[3] wird der jährliche Beitrag der Ozeane zum globalen BIP, der bereits 1,5 Billionen Dollar beträgt, bis 2030 voraussichtlich 3 Billionen Dollar übersteigen[4]. Die maritimen Geschäftsmodelle, ob traditionell (Fischerei, Hafenaktivitäten oder Ausbeutung fossiler Brennstoffe) oder neu (marine Biotechnologien), beeinflussen jedoch das empfindliche Gleichgewicht der Ozeane.

Aus diesem Grund schlägt das Konzept der Blue Economy vor, ökologische und ökonomische Ansätze zu kombinieren. Die Weltbank definiert die Blue Economy als „nachhaltige Nutzung der Meeresressourcen für wirtschaftliches Wachstum, Verbesserung der Lebensgrundlagen und Beschäftigung bei gleichzeitiger Erhaltung eines gesunden Meeresökosystems[5].

 

Überlegungen zum Ozean von morgen

Beispiel zur Veranschaulichung dieses Ansatzes: Die Entwicklung der Offshore-Windenergie. Einem 2019 veröffentlichten Bericht der Internationalen Energieagentur zufolge könnte die Energieerzeugungskapazität des Sektors bis 2040 um das Fünfzehnfache steigen und Investitionen in Höhe von 1.000 Milliarden US-Dollar anlocken[6]. In Europa dürfte die installierte Kapazität von 20 Gigawatt (GW) Ende 2018 auf 130 GW bis 2040 steigen, oder sogar auf 180 GW, wenn die europäischen Länder ihr Ziel der Klimaneutralität einhalten.

Ein weiterer schnell wachsender Sektor ist die Meeresbiotechnologie, d. h. die Nutzung der marinen Biodiversität (Bakterien, Phytoplankton, Algen usw.) für die Verwendung in der Pharmazie, Kosmetik, Chemie und Nahrungsmittelindustrie sowie im Energiesektor. Es wird erwartet, dass dieser Markt im Zeitraum von 2019 bis 2025 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von mehr als 10 % zunimmt[7].

 

Die Blue Economy, ein neues Investitionsthema

Abgesehen von diesen Beispielen umfasst die blaue Wirtschaft ein breites Spektrum von Sektoren.

Der ECPI Global ESG Blue Economy Equity Index veranschaulicht den Umfang. Dieser Index umfasst fünfzig Unternehmen, die nicht nur im Bereich der Meeresenergien und -ressourcen (Offshore-Windenergie, Meeresbiotechnologie, Gezeitenenergie), sondern auch auf den Gebieten Küstenaktivitäten (Küstenschutz, Ökotourismus), Fischerei und Aquakultur, Reduzierung der Umweltverschmutzung (Recycling-/Abfallentsorgungsunternehmen, Umweltdienste) und schließlich Seeverkehr (Containerschifffahrt, Schiffsausrüstung) positiv tätig sind.

Durch ihre Tätigkeit betreiben diese Unternehmen, die traditionell in entwickelten Märkten tätig sind, eine verantwortungsvolle, aber auch rentable Nutzung der Meeresressourcen. Sie werden vom ECPI nach Sektoren und nach ESG[8]-Kriterien ausgewählt, um die Vielfalt und Dynamik der Blue Economy widerzuspiegeln.

Im Einklang mit dem UNO-Ziel 14 der nachhaltigen Entwicklung („Erhaltung und nachhaltige Nutzung der Ozeane, Meere und Meeresressourcen für eine nachhaltige Entwicklung“) hat BNP Paribas Asset Management vor kurzem einen neuen ETF innerhalb seiner BNP Paribas Easy-Reihe auf den Markt gebracht und damit gezeigt, dass es möglich ist, Anlagelösungen rund um das Thema der Blue Economy zu entwickeln.

 

[1] Jean-Baptiste Jouffray, Robert Blasiak, Albert V. Norström, Henrik Österblom, Magnus Nyström. The Blue Acceleration: The Trajectory of Human Expansion into the Ocean. One Earth, 2020; 2 (1): 43 DOI: 10.1016/j.oneear.2019.12.016
[2] Food and Agriculture Organization of the United Nations. http://www.fao.org/state-of-fisheries-aquaculture
[3] OECD: Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
[4] OECD, The Ocean Economy in 2030: https://www.oecd-ilibrary.org/economics/the-ocean-economy-in-2030_9789264251724-en
[5] https://www.worldbank.org/en/news/infographic/2017/06/06/blue-economy
[6] Agence internationale de l’énergie, Offshore Wind Outlook 2019: https://www.iea.org/reports/offshore-wind-outlook-2019
[7] https://www.marketresearchengine.com/blue-biotechnology-market
[8] ESG: Environnement Social Gouvernance

 

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