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Nachhaltig in globale Infrastruktur investieren

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Claus Hecher
 

Der Global Infrastructure Outlook von Oxford Economics geht davon aus, dass bis 2040 in den 50 Ländern, die in die Untersuchung einbezogen wurden, ein Investitionsbedarf in die Infrastruktur in Höhe von 94 Bill. US-Dollar besteht. Diese Summe wäre nötig, um die länderspezifischen Defizite im Schienen-, Flug- und Straßenverkehr, in der Energie- und Wasserversorgung sowie bei Krankenhäusern und Schulen zu beheben.

Tatsächlich kämpfen nicht nur Schwellenländer mit mangelnden oder unzureichenden Versorgungsstrukturen. Auch europäische Staaten müssen dringend investieren, wenn sie ihren gesellschaftlichen Wohlstand und ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten möchten. Denn die Infrastruktur in Europa ist nicht nur den üblichen Alterungsprozessen unterworfen, sondern sieht sich außerdem mit tiefgreifenden Veränderungen konfrontiert. So vollzieht sich beispielsweise im Energiesektor ein Rückgang in der Nutzung kohlenstoffhaltiger Energieträger: Konventionelle Energiequellen werden ersetzt und dezentrale Produktions- und Speicherkapazitäten geschaffen. Ebenso ist der Transportsektor im Umbruch, wo insbesondere alternative Antriebsarten und die verstärkte Vernetzung von Mobilität den Wandel vorantreiben. Nicht zuletzt benötigt der Telekommunikationssektor erhebliche Investitionen, da die Datenmengen rasant anwachsen und die Politik das Ziel ausgegeben hat, die Versorgungsunterschiede zwischen Stadt und Land auszugleichen.

Das McKinsey Global Institute schätzt den jährlichen Infrastrukturinvestitionsbedarf für Europa auf 500 Mrd. US-Dollar, sieht aber ein Investitionsdefizit von 50 Mrd. Dollar pro Jahr mit steigender Tendenz. Grund für dieses Defizit ist der hohe finanzielle Druck, unter dem die europäischen Staaten aktuell stehen, etwa wegen wachsender Zahlungsverpflichtungen für Renten und Gesundheitsversorgung oder der Bewältigung von Krisen wie der Corona-Pandemie.

Gleichzeitig ziehen sich traditionelle Kreditgeber wie Banken infolge neuer regulatorischer Anforderungen zunehmend aus diesem Geschäftsfeld zurück. Diese Situation bietet Chancen für private Investoren. Denn: Es gibt eine wachsende Zahl von Infrastrukturprojekten, die für Anleger interessant sein könnten. Es handelt sich dabei um Projekte, die einen wesentlichen Mehrwert für die Allgemeinheit erbringen.

ESG-Lösungen immer beliebter

Was Investoren derzeit mindestens ebenso umtreibt wie die Suche nach positiven Renditen, sind nachhaltige Anlagelösungen, die Umweltaspekte (Environment), soziale Fragen (Social) und Kriterien der Unternehmensführung (Governance) berücksichtigen. In diesem Zusammenhang könnte der ECPI Global ESG Infrastructure Index für Anleger von Interesse sein, der Unternehmen mit hohen ESG-Bewertungen aus dem Infrastruktursektor zusammenstellt.

Der gleichgewichtete Index der ECPIGruppe mit Sitz in Mailand umfasst die 100 Unternehmen weltweit, die sich am intensivsten an der Entwicklung und Erhaltung nachhaltiger Infrastruktur beteiligen und Anlegern gute Perspektiven bieten. Die Indextitel, die ein ECPIESG-Rating zwischen “EEE” (sehr gut) und “E -” (befriedigend) aufweisen müssen, sind in sechs Themenbereiche untergliedert: Kommunikation, Energie, Transport, Abfallwirtschaft, Wasser und soziale Infrastruktur (z. B. Schulen, Krankenhäuser, Seniorenheime).

Die Mindestmarktkapitalisierung der in den Index aufgenommenen Aktien muss 500 Mill. Euro betragen und das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen der letzten sechs Monate über 5 Mill. Euro liegen. Waffenhersteller und Tabakproduzenten sind ausgeschlossen, sofern der Anteil dieser Tätigkeitsbereiche am Umsatz des Unternehmens mehr als 10 % beträgt. Unternehmen, die systematisch die UN-Global-CompactPrinzipien verletzen, werden ebenfalls
nicht in den Index aufgenommen. Eine Überprüfung und ein eventueller Austausch der Indexbestandteile findet zweimal im Jahr im Januar und Juli statt.

Der nachhaltige Ansatz des Index zeigt sich besonders deutlich im Energiesektor. Aufgenommen werden nur Versorger, deren CO2-Bilanz dem 2-Grad-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens entspricht. Ist der CO2-Fußabdruck eines Unternehmens nicht verfügbar, kann es nur dann in den Index aufgenommen werden, wenn es maximal 10 % der benötigten Energie aus Kohle bzw. maximal 30 % aus Öl, Gas oder Kernenergie bezieht. Zudem wird auch hier darauf geachtet, dass die Unternehmen die UN-Global-Compact-Prinzipien einhalten.

Vor dem Hintergrund nachhaltiger Überlegungen ist es Anlegern auch immer wichtiger, dass ihre Investitionen den 17 Sustainable Development Goals entsprechen, die die politische Zielsetzung für eine nachhaltige ökonomische, soziale und ökologische Entwicklung der Vereinten Nationen (UN) zusammenfassen. Der ECPI Global ESG Infrastructure Index steht im Einklang mit Ziel 3 (Gesundheit und Wohlergehen), Ziel 4 (hochwertige Bildung), Ziel 6 (sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen), Ziel 7 (bezahlbare und saubere Energie), Ziel 9 (Industrie, Innovation und Infrastruktur) sowie Ziel 11 (nachhaltige Städte und Gemeinden) der Sustainable Development Goals.

Claus Hecher, Leiter ETF & Indexlösungen (D/A/CH) bei BNP Paribas Asset Management

Artikelquelle : Börsen-Zeitung vom 14.05.2020
© 2020 PMG Presse-Monitor GmbH

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